Fuerteventura in Spanien
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Geographie
Fuerteventura ist die älteste Insel der Kanaren; sie entstand vor etwa 20,6 Millionen Jahren und ist vulkanischen Ursprungs.
Die Entstehungsgeschichte im Allgemeinen ist im Kapitel Kanarische Inseln ausführlich beschrieben. Der Großteil der
Inselmasse entstand vor ca. 5 Millionen Jahren und ist seitdem durch Wind und Wetter stark erodiert.
Die letzten vulkanischen Aktivitäten auf Fuerteventura erloschen vor 4.000 bis 5.000 Jahren. Der
höchste Punkt auf Fuerteventura ist der Berg Pico de Jandía (807 m) auf der gleichnamigen Halbinsel.
Sanddünen bei Corralejo
Im Nordosten der Insel findet man (bei Corralejo) große Sanddünenbereiche (Wanderdünen),
die die Nähe der kanarischen Inseln zu Nordafrika sehr anschaulich werden lassen.
(Parque Natural de las Dunas de Corralejo) Der Sand besteht aber zu großen Teilen
aus zerriebenen Meerestiergehäusen (Muscheln, Schneckenhäuser) und die Bewohner legen
großen Wert darauf, über mehr eigenen als Saharasand zu verfügen. An manchen Stellen findet
man auch Kalkformationen vom ehemaligen Meeresboden, die ebenso wie die schwarzen
Vulkanreste stark erodieren und ihren Teil zum meist gesprenkelten Sand beitragen.
Die Insel erreicht zwischen der Nord- und Südwestspitze eine Länge von knapp 100 Kilometern
und misst an der breitesten Stelle 31 Kilometer. Der Istmo de la Pared ist mit 5 Kilometer
Breite die schmalste Stelle Fuerteventuras und gliedert die Insel in zwei Teile: Den nördlichen
Teil Maxorata, nach dem auch die ursprünglichen Inselbewohner Majoreros benannt sind,
und die südliche Halbinsel Jandía. Die Inselfläche von 1.700 Quadratkilometern ist, im Vergleich
zu anderen kanarischen Inseln, mit 54 Einwohnern pro km² nur sehr dünn besiedelt - Tendenz
stark steigend sowohl bei Einwanderern als auch bei Touristen. Es gibt bereits Proteststimmen,
die mit hochgerechneten Bettenzahlen künftiger Jahre eine Gegenbewegung einleiten wollen.
Fuerteventura liegt auf dem 28. Grad nördlicher Breite und zwischen dem 13. und 14. Grad
westlicher Länge.
Klima
Das Klima ist das ganze Jahr über angenehm, was den Kanarischen Inseln den Beinamen "Inseln des ewigen Frühlings"
eingebracht hat. Das Meer gleicht die Temperaturen aus und die Passatwinde halten die heißen
Luftmassen aus der nahen Sahara fern. Fuerteventura ist mit 147 mm pro Jahr im Kanarenvergleich
sehr niederschlagsarm. Die Wolken ziehen darüber hinweg, weil die Berge zu niedrig sind.
Verstärkt durch die Sünden der Vergangenheit (Brennholzgewinnung, Haltung freilaufender Ziegen)
wirkt sich dies in jüngster Zeit besonders auf die Landwirtschaft aus - der Tomatenanbau wurde
aufgegeben, nur Aloe Vera wird noch angebaut. Man spricht von Halbwüste mit Tendenz zur Wüste.
Die Palmen und anderen Gewächse, die man auf Postkarten sieht, werden fast ausschließlich künstlich aus
den Abwässern der Hotels bewässert. Die teilweise sehr starken Regenfälle in den Wintermonaten fließen,
begünstigt durch die fehlende Vegetation, größtenteils ungenutzt und ungebremst ins Meer ab. Die Erosion ist
erschreckend hoch. Speicherbecken füllen sich immer wieder mit Material auf, müssen ausgebaggert oder neu
angelegt werden. Ein besonderes Wetterphänomen ist der Scirocco, in Spanien auch Leveche genannt, ein heißer
Südostwind aus der Sahara. Während des Scirocco steigt die Temperatur manchmal sprunghaft um 10 °C und die
Luft wird extrem trocken. Der Wind bringt neben feinem Sand, der den Himmel verdunkelt und die Sicht auf 100 bis
200 Meter senkt, auch afrikanische Wanderheuschrecken mit sich. Die Inselbewohner bezeichnen dieses Wetter
als Calima.
Geschichte
Die Kanaren, auch Fuerteventura, wurden von Ureinwohnern, den Guanchen, bewohnt.
Als Herkunft vermutet man nordafrikanische Berberstämme, welche ab ca. 3000 v. Chr.
die Inseln besiedelten. Ab dem 30. Jahrhundert v. Chr. findet eine erste Besiedlung der Kanaren
in mindestens zwei Wellen statt. Um das 11. Jahrhundert v. Chr. besuchen wahrscheinlich phönizische
Seefahrer Fuerteventura und Lanzarote, eindeutig belegt ist dies jedoch nicht. Um 850 v. Chr. beschreibt
der griechische Dichter Homer in der Odyssee die Kanaren als "Die Inseln der Glückseligen". Quer
über die Landenge der Insel, welche den nördlichen Teil vom Südlichen trennte, soll es bis zu Ankunft
der Spanier im 15. Jahrhundert einen Steinwall gegeben haben. Er grenzte die zwei Königreiche der Insel
in das nördliche Maxorata mit König Guize und das südliche Gandía (heute Jandía) mit König Ayoze ab.
Beim Durchwandern der Landenge von Jandía kann man unterhalb des Windparkes von Costa Calma auf
Reste einer dicken, ca. 3 m hohen Mauer treffen. Ob es der echte Wall ist oder wenigstens der harte Kern
der Legende, ist fraglich.
1312 landete Lancelotto Malocello auf Lanzarote, aufgrund seiner fantastischen Berichte brachen
1340 Spanier und Portugiesen mit Expeditionen in Richtung Kanaren auf. Die Inseln wurden von
europäischen Goldsuchern, Händlern und Sklavenjägern heimgesucht.
Schwarzer Lavasand bei Ajuy
1402 startete der Normanne Jean de Béthencourt seine Expedition von Lanzarote aus, das er
vorher unterworfen hatte. Im Januar 1405 ließ sich König Guize mit seinen Gefolgsleuten taufen,
einen Tag später folgte auch König Ayoze mit vielen seiner Einwohner. Die Könige verblieben auf
der Insel und bekamen sogar Ländereien zurück. Betancuria wurde als Hauptstadt gegründet. 1412 legte
Béthencourt den Lehnseid vor dem spanischen König ab. 1424 wurde Fuerteventura aus politischen
Gründen Bistum. Der Bischof trat sein Amt aber nie vor Ort an. 1430 wurde die Ernennung zum Bistum
für ungültig erklärt und Guillén de las Casas erwarb den Besitzanspruch auf die Insel. 1441 kam der
Franziskanermönch Didakus auf die Insel und gründete das Kloster Fortaventure. Er gilt als Missionar
der Guanchen. 1456 ging der Besitz des Guillén auf dessen Erben, Diego García de Herrera, über. Herrera
und seine Nachfolger herrschten als Señores über die Insel und erschlossen sie systematisch. Wichtige
Einnahmequelle des Herrera-Clans war die Sklavenjagd an der nordafrikanischen Küste.
1708 war die Gründung einer Militärherrschaft (die Coroneles, die Obersten) mit Sitz in La Oliva. 1740
landeten englische Korsaren bei Gran Tarajal und wollten die Insel unterwerfen, sie wurden jedoch in
zwei Schlachten bei Tuineje besiegt. Während des 17. und 18. Jahrhunderts kam es immer wieder zu Überfällen
von Freibeutern.
1834 wurde Antigua neue Hauptstadt, 1835 wurde der Verwaltungssitz nach Puerto de Cabras
(heute: Puerto del Rosario) verlegt. 1836 wurde die Feudalherrschaft der Señores abgeschafft.
1852 wurden die Kanarischen Inseln von Isabella II. zur Freihandelszone erklärt. Die Militärherrschaft
über die Insel wurde 1859 aufgelöst und Puerto de Cabras wurde 1860 schließlich die neue und jetzige
Hauptstadt der Insel.
1912 wurden den Kanaren die Selbstverwaltungsrechte (Cabildo Insular) zugestanden.
Fuerteventura und Lanzarote wurden 1927 Teil der Provinz Las Palmas. 1966 kamen die
ersten Urlauber auf die Insel. 1975 wurden ca. 4.500 spanische Fremdenlegionäre nach
Puerto del Rosario verlegt. In den darauf folgenden Jahren führten die Legionäre ein Schreckensregime,
bei dem ein Bürgermeister und der Inselpräsident ermordet werden. 1982 bekamen die Kanarischen Inseln
einen eigenen Autonomiestatus. 1986 trat Spanien der EG bei, die Kanaren behalten ihren Sonderstatus.
Der Fremdenverkehr wurde 1990 zur wichtigsten Einnahmequelle der Insel; die Bautätigkeiten erreichten
ihren Höhepunkt. Die Fremdenlegion wurde 1996 wieder von Fuerteventura abgezogen.
Quelle: Wikipedia.de