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Benin
Benin (frz.: Bénin [benin]) ist ein Staat in Afrika. Die Flagge besteht aus den panafrikanischen Farben,
die hier folgende Bedeutung haben: Grün repräsentiert den fruchtbaren Süden, Gelb
die Savannen im Norden, Rot das Land und das von früheren Generationen vergossene Blut.
Von 1975 bis 1990 war die Flagge der regierenden Partei der Volksrevolution, ein roter fünfzackiger
Stern auf grünem Grund, auch die Nationalflagge. Benin grenzt an Nigeria, Niger, Burkina Faso, Togo und im Süden
an den Golf von Guinea, genauer die Bucht von Benin. Bis 1975 hieß das Land Dahomey, nach dem historischen
Königreich Dahomey, das bis zur Eroberung durch die Franzosen Ende des 19. Jahrhunderts etwa den südlichen Teil des
modernen Staates und des Nachbarstaates Togo umfasste. 1974 wird der Marxismus-Leninismus zur Staatsideologie
(Einparteiensystem, Verstaatlichungen); 1975 wird die Republik Dahomey in Volksrepublik Benin umbenannt.
Der Name bezieht sich auf das vom 13. bis zum 19. Jahrhundert existierende schwarzafrikanische Königreich
Benin, das allerdings zum größten Teil auf dem Gebiet des heutigen Nigeria lag. 1989/1990 erzwingen
Unruhen in der Bevölkerung aufgrund der katastrophalen Wirtschaftslage die Abhaltung einer
Nationalkonferenz unter Leitung des katholischen Erzbischofs von Cotonou Isidore de Souza.
Die Nationalkonferenz benennt den ehemaligen Exekutivdirektor der Weltbank, Nicéphore Soglo,
zum Premierminister. Sie legt die Richtlinien eines demokratischen Neuanfangs
(Aufgabe der marxistisch-leninistischen Doktrin, Begründung einer Präsidialdemokratie,
Zulassung politischer Parteien, Achtung der Menschenrechte, Meinungsfreiheit, Versammlungsfreiheit,
Pressefreiheit, Marktwirtschaft) fest. Die ersten Kommunalwahlen Benins im Dezember 2002 bedeuteten einen
wichtigen Schritt für die Dezentralisierung des Landes. Nationalfeiertag ist der 1. August.
Lage
Die geographische Lage ist zwischen 6° 25' und 12° 30' nördlicher Breite sowie 0° 45' und 4° östlicher Länge.
Ausdehnung: Nord-Süd 650 km, West-Ost 320 km
Die Landesgrenzen belaufen sich auf gesamt 1.989 km, zu Burkina Faso 306 km,
zu Niger 266 km, zu Nigeria 773 km und zu Togo 644 km.
Die Länge der Küste ist 121 km.
Landschaftsbild
Hinter den Lagunen der Küste steigt das Land zu einer fruchtbaren, intensiv landwirtschaftlich genutzten
Ebene an, an die sich - als Fortsetzung des Togo-Gebirges - die Atakora-Berge anschließen. Die nordöstliche
Ebene senkt sich zum Tal des Niger-Flusses ab.
Der höchste Berg ist der Mont Tanekas in der Atakora-Kette mit einer Höhe von 641 m ü. NN. Die Landesfläche
beträgt 112.622 km² (Weltrang 100), davon 30 % Wald, 12 % Ackerland, 4 % Wiesen und Weiden.
Vegetation
Der vorherrschende Vegetationstyp Benins ist die Savanne. Benin hat
Anteil an zwei Vegetationszonen, der Sudanzone und der Guineazone und liegt in einem nahezu
waldfreien Korridor zwischen den oberguineischen und kongolesischen Regenwäldern, dem Dahomey-Gap. Außerdem gibt es
Trockenwälder wie den Forêt de la Lama im Zentrum Benins und den sehr eindrucksvollen Sumpfwald von Lokoli.
Die Flora Benins umfasst ungefähr 3000 Arten.
Städte
Die größten Städte sind (Stand 1. Januar 2005): Cotonou 690.584 Einwohner,
Abomey-Calavi 385.755 Einwohner, Porto Novo 234.168 Einwohner, Parakou 163.753 Einwohner,
Djougou 85.519 Einwohner, Bohicon 82.901 Einwohner und Natitingou 80.892 Einwohner.
· Siehe auch: Liste der Städte in Benin
Bevölkerung
Demographische Entwicklung von 1961-2003 (Zahlen in Tausend)
2004 wurde die Bevölkerung auf 7.250.000 Einwohner festgestellt, wovon die Mehrheit in der landwirtschaftlichen
Küstenregion und im ca. 200 km ins Landesinnere reichende Gebiet wohnt. Tendenz steigend (1998 5.700.000 Einwohner)
Ethnische Gruppen
Es gibt in Benin über 60 Sprachgruppen. Etwa 60% der Gesamtbevölkerung gehören der
Sprachgruppe der Ewe an, davon 45% der Sprecher der Fon (Volk), 16% sind Bariba, 9% Sprecher von Atakora-Sprachen
(pejorativ Somba genannt) und 7% Yoruba.
Bei der letzten Volkszählung im Jahr 2002 zählte man 141.595 Ausländer. Die Mehrheit von ihnen stammt aus anderen
westafrikanischen Ländern. Die größten Einwanderergruppen kommen aus Niger (49.300 Personen; 34,8% aller Ausländer),
Togo (31'306; 22,1%), Nigeria (29.018; 20,5%) und Burkina Faso (6.472; 4,6%). Von den 3.708 Personen, welche nicht Bürger
eines afrikanischen Staates waren, kamen 1.169 aus Frankreich. Die Arbeitsmigranten sind mit Ausnahme der Bürger
Togos größtenteils Männer.
Sprache
Neben französisch werden noch an die 90 afrikanische Sprachen und Dialekte gesprochen. Schwerpunkte bilden
Gur-, Hausa- und Lama-Sprachen, Fon, Evé oder Mina.
Die Analphabetenrate betrug im März 2005 in der Altersgruppe über 15 Jahren ca. 60% (bei Frauen sogar 75%).
Religion
Bei der Volkszählung 2002 gaben nur noch 23,4% der Einwohnerschaft Naturreligionen als ihre Religion an.
Offiziell bekannten sich 17,3% zum Voodoo-Kult. Doch dürften viele der 6,5% der Bevölkerung, welche keinem
Bekenntnis angehören und etliche Christen und Muslime diese Religion ebenfalls ausüben. Hochburgen des Kults
sind die Departements Atlantique, Couffo, Mono und Zou. Das Departement Atakora ist eine weitere Hochburg
der traditionellen Religionen.
Größte Religion ist offiziell das Christentum mit einem Bevölkerungsanteil von 42,3%.
Darunter sind 23,0% Katholiken, 5,1% Anhänger der Eglise de Céleste und 4,2% Methodisten
als größte Einzelgemeinschaften. Die Katholiken stellen zwar nur im Departement Littoral die absolute Mehrheit,
sind aber mit Ausnahme der Departements Alibori und Couffo überall stark vertreten. Die Anhänger der Eglise de Céleste
sind vor allem in den Departements Ouémé, Atlantique, Zou und Plateau zu finden. Die Hochburgen der
Methodisten sind die Departements Collines, Ouémé und Plateau. Weitere größere christliche Gemeinschaften sind
die Assemblées de Dieu (Pfingstbewegung), die Neuapostolische Kirche, die Nigerianische Apostolische Kirche,
die Zeugen Jehovas und die Baptisten.
Dem Islam rechnen sich mittlerweile 27,8% der Bewohner zu. Zu ihnen gehören von den größeren
Völkern beinahe alle Dendi und Fulbe und eine geringe Anzahl der Otamari (Minderheit von Christen)
und etwa die Hälfte der Yoruba (45% Christen). Der Islam ist in den Departements Alibori, Borgou
und Donga die Religion des Großteils der Bevölkerung und hat auch in den Departementen Atakora,
Collines, Littoral, Ouémé und Plateau zahlreiche Anhänger. Ein erheblicher Teil der Zuwanderer aus
Westafrika (Burkina Faso, Mali, Niger, Nigeria und Senegal) gehört ihm an.
Quelle: Wikipedia