Elfenbeinküste

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Die Elfenbeinküste

Die Elfenbeinküste (offizieller Name: République de Côte d'Ivoire) ist ein Staat in Westafrika. Sie grenzt an Liberia, Guinea, Mali, Burkina Faso und Ghana und im Süden an den Atlantik. Seit 1983 ist Yamoussoukro die offizielle Hauptstadt, die frühere Hauptstadt Abidjan stellt aber weiterhin das wirtschaftliche Zentrum der Côte d'Ivoire dar. Nationalfeiertag ist der Unabhängigkeitstag am 7. August, an dem die Unabhängigkeit von der ehemaligen Kolonialmacht Frankreich gefeiert wird. Seit 2002 befindet sich das Land in einem bürgerkriegsähnlichen Zustand und ist in einen nördlichen und einen südlichen Teil gespalten

Name des Landes
Côte d'Ivoire ist französisch und bedeutet auf deutsch „Elfenbeinküste“. Im deutschsprachigen Raum ist die Bezeichnung Elfenbeinküste im Sprachgebrauch und in den Medien stärker verbreitet als der französische Ausdruck. Im offiziellen Verkehr, beispielsweise der deutschen Bundesregierung, wird jedoch der offizielle Name Côte d'Ivoire verwendet. Im Lande selbst ist die Benutzung einer anderen als der offiziellen Bezeichnung unter Strafe verboten. Auch wörtliche Übersetzungen des Namens in andere Sprachen fallen unter dieses Verbot. Präsident Houphouët-Boigny (1905–1993) verfügte 1985, dass die Elfenbeinküste, so benannt nach ihrem einst wichtigsten Exportprodukt, nur noch mit dem französischen Kolonialnamen Côte d'Ivoire geführt und nicht übersetzt werden darf. Im Gegensatz zu anderen Staaten, die sich unter anderem durch Namensänderung ihres kolonialen Erbes entledigten und mit Bezeichnungen aus der eigenen Historie ihre Identität wiederfanden, hielt die Elfenbeinküste auch nach der Erlangung der Unabhängigkeit im Jahr 1960 an den engen Verbindungen zu Frankreich fest. Die Bezeichnung für einen Einwohner der Elfenbeinküste ist Ivorer beziehungsweise Ivorerin (eingedeutschte Version von franz. Ivoirien und Ivoirienne). Bezeichnungen wie „Elfenbeinküstler“ oder „Elfenbeiner“ sind nicht gebräuchlich.

Geographie
Das Land ist von Süden nach Norden bestimmt durch die in Westafrika typischen Ökozonen, mit zunehmender Aridität (Trockenheit): an der Küste im Süden des Landes zunächst die tropische Regenwaldzone, nach Norden gefolgt von einer Übergangs- und schließlich der Savannenzone: zunächst die Guinea-Savanne, die schließlich im äußersten Norden des Landes in die Sudan-Savanne übergeht. Der Norden des Landes wird auch von einem Teil der Oberguineaschwelle durchzogen. Im Westen beziehungsweise genau auf der Grenze zu Guinea befindet sich der Mount Nimba, der mit 1.752 m ü. NN der höchste Berg beider Staaten ist. Im Land befinden sich mehrere Nationalparks und andere Schutzgebiete, unter anderem Ta? (im Südwesten des Landes), Comoé National Park (im Nordosten). Das Klima ist tropisch entlang der Küste, semiarid (halbtrocken) im Norden. Die größten Städte sind (Stand 1. Januar 2005): · Abidjan 3.692.570 Einwohner · Bouaké 572.149 Einwohner · Daloa 217.876 Einwohner · Yamoussoukro 200.659 Einwohner Siehe auch: Liste der Städte in der Elfenbeinküste

Bevölkerung und Sprachen

Ethnien der Elfenbeinküste
Bevölkerungsentwicklung der Elfenbeinküste Die Staatsangehörigen der Elfenbeinküste werden – gemäß StAGN – als Ivorer beziehungsweise Ivorerinnen bezeichnet. Die Bevölkerung besteht aus circa 60 Ethnien, die lange Zeit friedlich zusammenlebten. Eheschließungen zwischen verschiedenen Ethnien sind vor allem in den Städten keine Seltenheit. Die bekanntesten Gruppen sind: · Akan (Baoulé 23 % der Bevölkerung, Agni, Akié, Abé; etwa 40 % der Gesamtbevölkerung) im Zentrum · Mande-Gruppe: Malinké/Dioula 5,5 % der Bevölkerung, Dan (5 % der Bevölkerung) und Yacouba im Westen · Voltaic: Senufo (etwa 15 % der Gesamtbevölkerung) im Norden · Kru-Gruppe: (Bété, Kru; etwa 16 % der Bevölkerung) hauptsächlich im Süden sowie · Wê.

Aufgrund der Landflucht und der zunehmenden Verstädterung findet man in den Städten praktisch alle Ethnien. Vor allem in den kleineren Städten gibt es eine gewisse Tendenz, in eigenen Vierteln zusammen zu leben. Zuwanderer aus den nördlichen Nachbarstaaten stellen etwa ein Viertel der Bevölkerung. Die Zuwanderer sowie die Einwohner des Nordens sind überwiegend Muslime (35–40 % der Gesamtbevölkerung), während die Bewohner des Südens überwiegend Christen (20–30 %; vor allem Katholiken) sind oder indigenen Religionen (25–40 % der Bevölkerung) angehören. Neben der Amtssprache Französisch, werden in der Elfenbeinküste rund 70 Landessprachen gesprochen, darunter Baoulé, Senufo-Sprachen, Yacouba, Agni, Attié, Guéré, Bété, Dioula, Abé, Kulango, Mahou, Tagwana, Wobé und Lobi.

Geschichte
· Hauptartikel: Geschichte der Elfenbeinküste Die „Elfenbeinküste“, das Gebiet der heutigen Republik Côte d'Ivoire, wies bis zur Kolonialzeit keine Staatenbildung auf. Die Portugiesen trieben seit dem 15. Jahrhundert Handel mit den Küstenstämmen, wurden aber seit dem 17. Jahrhundert von den Franzosen verdrängt, die 1843 den Marinestützpunkt Grand-Bassam errichteten und das Gebiet 1893 zur Kolonie Côte d'Ivoire erklärten. Die Niederschlagung von Aufständen, besonders des islamischen Führers Samory Touré, nahm allerdings noch mehrere Jahre in Anspruch. 1895 wurde Côte d'Ivoire ein Teil Französisch-Westafrikas, 1956 erhielt es innere Selbstverwaltung und wurde 1958 autonome Republik innerhalb der französischen Gemeinschaft. Am 7. August 1960 erhielt Côte d'Ivoire die volle Unabhängigkeit unter Felix Houphouet-Boigny, der bis zu seinem Tode 1993 Staatspräsident (bis 1990 auch Regierungschef) war. Houphouet-Boigny, der Gründer der Einheitspartei „Parti Democratique de Côte d'Ivoire“ (PDCI), verfolgte eine prowestliche Politik. Er verfügte auch, dass die „Elfenbeinküste“, so benannt nach ihrem einst wichtigsten Exportprodukt, seit Ende der 1980er Jahre nur noch mit dem französischen Kolonialnamen Côte d'Ivoire bezeichnet werden darf. Unruhen unter der Bevölkerung führten dazu, dass 1990 ein Mehrparteiensystem sowie das Amt des Ministerpräsidenten eingeführt wurden. Die prowestliche und marktwirtschaftlich orientierte Politik des Präsidenten Felix Houphouet-Boigny machte aus Côte d'Ivoire einen der reichsten Staaten Westafrikas und führte zu politischer Stabilität. Nachfolger Houphouet-Boignys wurde 1993 Henri Konan Bédié (PDCI). Die von der Opposition boykottierten Wahlen im Oktober 1995 bestätigten Bédié im Präsidentenamt. Eine Änderung der präsidialen Verfassung von 1960 verlängerte 1998 die Amtszeit des Präsidenten von fünf auf sieben Jahre und stärkte seine exekutiven Befugnisse.

Der Verfall der Kakaopreise führte 1999 zu wirtschaftlichen Krisenerscheinungen. Im Dezember 1999 wurde Bédié, der oppositionelle Kreise zunehmend unterdrückt hatte, in einem unblutigen Putsch vom Militär unter Führung von General Robert Guéï gestürzt. Das Land fiel damit in eine tiefe Krise. Unter dem Schlagwort „Ivoirite“ kam es zu xenophoben Tendenzen und zur Diskriminierung der im Norden des Landes ansässigen Ethnien. Im Jahre 2000 gewann Laurent Gbagbo Präsidentschaftswahlen, von denen der wichtigste Oppositionskandidat (Alassane Ouattara) ausgeschlossen worden war. Dies wurde damit begründet, dass Ouattaras Eltern aus dem Nachbarland Burkina Faso stammen. Der andauernde Streit darum, wer ein wahrer „Ivorer“ sei und wer nicht, führte schließlich 2002 zu einem bewaffneten Aufstand gegen Gbagbo und zu der aktuellen Krise.