Gambia

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Gambia

engl.: The Gambia ist ein Staat in Westafrika, der an den Ufern des Gambia-Flusses liegt. Mit Ausnahme eines kurzen Küstenabschnittes an der Mündung des Flusses in den Atlantischen Ozean wird Gambia vollständig vom Staat Senegal umschlossen. Mit einer Fläche von ungefähr 11.000 Quadratkilometern ist das Land etwa halb so groß wie das Bundesland Hessen und kleinster Flächenstaat des Kontinentes. Gambia hat ungefähr 1,6 Millionen Einwohner.

Der etymologische Ursprung des Namens des Flusses Gambia liegt im portugiesischen Wort câmbio („Austausch“ oder „Handel“). Câmbio ist vielleicht die Übersetzung der Bezeichnung für den Fluss der damaligen Bevölkerung im 15. Jahrhundert. Das Wort ba dimma (nach anderer Deutung fura), wird dabei als Quelle[1] genannt. Ba dimma kommt aus der Mandinka-Sprache wobei ba übersetzt Fluss heißt. Oder câmbio beschreibt die Stelle, an der die Portugiesen die Region erkundeten und einfachen Handel mit der Bevölkerung betrieben.

Hauptartikel: Geographie Gambias Gambia liegt an der Westküste des afrikanischen Kontinents und ist mit 11.295 km² dessen kleinster Flächenstaat. Die ungefähr 740 Kilometer lange Grenze folgt auf einer Länge von etwa 480 km sowie einer Breite von 10 bis 50 km dem Verlauf des Gambia-Flusses. Abgesehen vom Küstenabschnitt ist Gambia vom zwanzigmal größeren Senegal umschlossen. Häufig wird das Land als eine Enklave bezeichnet, was aber nach der Definition inkorrekt ist. Der ungewöhnliche Grenzverlauf Gambias ergibt sich aus der Tatsache, dass dies die Reichweite der Kanonen der britischen Schiffe auf dem schiffbaren Teil des Flusses war.

Klima
Klimadiagramm Banjul Das Klima ist tropisch mit einer ausgeprägten Regenzeit und Trockenzeit. Die Trockenzeit dauert von November bis Mai. Sie ist beeinflusst vom trockenen Nordost-Wind aus der Sahara, genannt Harmattan. Die Durchschnittstemperaturen steigen dabei auf Werte zwischen 21 und 27 Grad Celsius an, wobei Spitzenwerte bis über 40 °C erreicht werden können. Die relative Luftfeuchtigkeit bleibt im Bereich zwischen 30 und 60 Prozent.

Gewässer Gambia hat eine Küstenlinie von ungefähr 80 Kilometern Länge. Etwa 1.300 km², also 11,5 Prozent der Landesfläche, sind Wasserflächen. Davon trägt der Gambia-Fluss – einer der Hauptströme Afrikas – mit seinen Seitenarmen den Hauptanteil.

Flora und Fauna
Galeriewald bei Janjanbureh Island
Männliche Siedleragame
Eine Grüne Meerkatze


Der Albert Market in Banjul
Die geographische Position des Landes, kombiniert mit den umfangreichen Feuchtgebieten, sorgt für eine große Anzahl verschiedenster Pflanzenarten. Ungefähr 530 verschiedene Pflanzenarten sind in Gambia bekannt. Der nördliche Teil Senegals liegt in der Sahelzone, weiter im Süden Westafrikas schließt sich der tropische Regenwald (Guineazone) an. Die Übergangszone, in der auch Gambia liegt, nennt man Sudanzone. Feuchtsavanne ist der vorherrschende Vegetationstyp, wobei nördlich des Gambias die Vegetation spärlicher ist.

Soweit der Einfluss des Salzwassers – der so genannten Brackwasserzone – reicht, finden sich am Ufer des Gambia dicht verschlungene Mangroven und etwas weiter entfernt davon riesige Baobabs (Affenbrotbäume) sowie Akazien, Mahagonibäume, Ölpalmen, Afzelien, Sandelholzbäume, Papayen, Kalebassenbäume, Pandanen, Kassien (Cassia), Tamarinden, Drachen-, Ebenholz-, Kola- und Kapokbäume.

Großwild wie Elefanten, Löwen oder Giraffen wurde im 19. Jahrhundert und zu Beginn des 20. Jahrhunderts von den Kolonialherren und Wilderern ausgerottet. Dennoch bietet Gambia mit seinen umfangreichen Savannen- und Feuchtgebieten noch heute einer großen Anzahl von Tierarten Lebensraum. Ungefähr 108 Säugetierarten, wie die verschiedenen kleine Antilopenarten, beispielsweise die Wasserkudus oder die Buschböcke, sind hier heimisch. Primaten sind häufig anzutreffen, darunter Guinea-Paviane und Grüne Meerkatzen aber auch Rote Stummelaffen und Husarenaffen. Erfolgreich hat man die letzten Schimpansen des Landes in ein Naturreservat übersiedelt. Für die große Vielfalt der bunten Vogelwelt ist das Land bekannt. Über 540 Vogelarten (Liste der Vögel Gambias (englisch)) sind in der Fachliteratur beschrieben – ein Drittel dieser Vögel sind Zugvögel. Einst galt der Gambia als krokodilreichster Fluss Afrikas, heute findet man in freier Wildbahn nur schwer welche, darunter das Nilkrokodil und das Stumpfkrokodil. Zu den Echsen gehört auch der bis zu zwei Meter große Nilwaran. Selten geworden aber gefährlicher sind die Flusspferde, oberhalb von Elephant Island leben ungefähr noch 100 Exemplare. Die geschützte Küstenlinie ist ein beliebtes Laich- und Aufwuchsgebiet für diverse Fische. Delfine sind in der Flussmündung zu beobachten.

Siehe auch: „Gambo – die Große Seeschlange von Gambia“
Städte

Weil die Hauptstadt Banjul auf einer Insel liegt, kann sie nicht weiter expandieren. Dadurch ist Serekunda in der Kombo-St. Mary Area mit Abstand die größte Stadt und mit 335.733 Einwohnern das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum des Landes. Siehe auch: Liste der Städte in Gambia

Bevölkerung
Ethnien Anteil Ethnie 39,5 % Mandinka 18,8 % Fulbe 14,6 % Wolof 10,6 % Diola 8,9 % Serahuli 2,8 % Serer 1,8 % Aku 0,8 % Manjago 0,7 % Bambara 1,5 % Andere Ethnien Die Datenerhebung stammt aus dem Jahr 1993 Die größte Bevölkerungsgruppe ist die der Mandinka mit einem Anteil von ungefähr vier Zehnteln, gefolgt von den Fulbe und den Wolof. Ein Anteil von einem Viertel verteilt sich auf die restlichen ethnischen Gruppen.

Sprachen
Die englische Sprache wurde mit der Unabhängigkeit von Großbritannien im Jahr 1965 als offizielle Amtssprache ein- bzw. weitergeführt. Sämtlicher Schriftverkehr wird in Englisch abgewickelt. In der Küstenregion kann man davon ausgehen, dass man sich immer gut in Englisch verständigen kann. Selbst im dörflichen Hinterland wird man immer jemanden finden, der englische Sprachkenntnisse hat. Da in Gambia viele verschiedene Ethnien leben, die sich hauptsächlich durch ihre eigene Sprache definieren, sind die Gambier recht sprachbegabt. Häufig sprechen sie mehrere Sprachen fließend oder können sich zumindest darin verständigen. Neun Sprachen sind hauptsächlich verbreitet, aber über zwanzig verschiedene Sprachen[2] werden in diesem kleinen Land gesprochen. Am weitesten verbreitet ist mit etwa 454.000 Sprechern[3] das Mandinka aus der Gruppe der Mande-Sprachen. Topographische Bezeichnungen sind häufig in Mandinka. Das Wolof mit etwa 165.000 Sprechern, das die größte Verbreitung in Senegal hat, wird vor allem in der Küstenregion um Banjul und in der Kombo-St. Mary Area gesprochen. Wolof wird oft als Handels- und Geschäftssprache benutzt und diente auch in der Zeit der Konföderation Senegambia als Parlamentssprache. Das Fulfulde (oder Fulani) wird von etwa 263.000 Gambiern gesprochen.

Die farbenfrohe Kleidung der Frauen
Die arabische Sprache ist eine alte Schriftsprache im Gambia-Tal, denn im Zuge des Transsaharahandels kamen schon seit dem 10. Jahrhundert v. Chr.[4] nordafrikanische Händler zu den westafrikanischen Herrscherhäusern. Durch die Annahme des Islam wurde die arabische Sprache, die heute als Bildungssprache und Sprache der Religion gilt, weiter verbreitet. Durch die grenznahen Kontakte mit Senegal haben viele Gambier auch fundierte Französisch-Kenntnisse. Gambier, die Kontakt mit dem Tourismus haben, besitzen oft zusätzlich Sprachkenntnisse in Deutsch, Niederländisch, Schwedisch oder Finnisch.

Siehe auch Liste der Sprachen in Gambia