Ghana

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Ghana

früher Goldküste) ist ein Staat in Westafrika und grenzt an die Elfenbeinküste, Burkina Faso, Togo sowie im Süden an den Golf von Guinea (Atlantischer Ozean). Es ist fast so groß wie das Vereinigte Königreich, mit dessen Geschichte es durch die Kolonialzeit eng verbunden ist. Der Volta-See ist der größte Binnensee des Landes und zugleich der größte vollständig künstlich angelegte Stausee der Welt. Aufgrund seiner Gebiete mit tropischem Regenwald ist eine reiche Flora und Fauna vorhanden, die auch im wirtschaftlichen Bereich zum einen durch den Tourismus, zum anderen durch Edelholzexporte von großer Bedeutung ist. Wirtschaftlich bedeutend ist Ghana aufgrund seines Rohstoffreichtums. Einer der wichtigsten Rohstoffe ist Gold, das der ehemaligen Kolonie auch den Namen „Goldküste“ gab. Eine facettenreiche Kultur baut auf den bis zu hundert im Land lebenden Ethnien auf sowie auf der hieraus resultierenden Sprachenvielfalt und der religiösen Heterogenität.

Geographie
Weite Sandstrände ohne natürliche Häfen sind für Ghanas Küste charakteristisch.
Der Volta

Hauptartikel: Geographie Ghanas

Ghana hat insgesamt ein flaches Relief, das nur an wenigen Stellen Höhen von 900 Metern erreicht. Etwa die Hälfte des Landes liegt unterhalb einer Höhe von 150 Metern. Die Küste hat eine Länge von 543 Kilometern. Das Land wird geographisch in Küstenebene, Regenwald und Savanne unterteilt. Neben der geografischen Gliederung lässt sich Ghana auch nach der Oberflächenstruktur in die fünf Naturräume Low Plains, Hochland von Ashanti, Akwapim-Togo-Kette, Volta-Becken und High Plains einteilen. Von der Küstenniederung, den sog. Low Plains, die in die Küstenebene mit weiten Sandstränden und Mangrovengebieten und einem Flachland zwischen dem fünften und sechsten Breitengrad unterteilt ist, steigt das westliche Land zum Hochland von Ashanti an, das im Mittel die Höhe von 450 Meter über dem Meeresspiegel erreicht. Östlich des Hochlandes schließt sich das Volta-Becken an, welches mit insgesamt 87.000 km² auch den größten Naturraum darstellt. Im Norden schließen die High Plains das Land ab. Die nördlichen Gebiete zählen bereits zur Großlandschaft Sudan. Die Akwapim-Togo-Kette ist eine Bergkette und ein Naturraum, der in der Nähe von Accra beginnt und bis nach Togo hinein führt. Hier liegen die höchsten Berge des Landes. Etwa die Hälfte der Fläche Ghanas, rund 158.000 km², werden über den Volta entwässert, der in seinem Unterlauf durch den Akosombo-Staudamm zum größten vollständig künstlich angelegten Stausee der Erde aufgestaut wird. Aus dem Hochland von Ashanti entspringt zudem eine Vielzahl von Flusssystemen, die in den Atlantik münden.

Die artenreiche Tier- und Pflanzenwelt ist in der Vergangenheit vermehrt unter Schutz gestellt worden. Immer mehr dieser Refugien werden für den Tourismus erschlossen. Die Einnahmen aus diesem Wirtschaftszweig sollen als Ökotourismus auch einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt liefern. Der in Resten noch vorhandene Regenwald ist sehr artenreich und die ganzjährig konstante Temperatur und die hohe Luftfeuchtigkeit fördern das Pflanzenwachstum.

Größte Städte Die größten Städte sind (Stand 2006)[2]: Stadt Volkszählung 1984 Volkszählung 2000 Berechnung 2006 Region Accra 867.459 1.659.136 2.029.143 Greater Accra Region Kumasi 489.586 1.171.311 1.535.478 Ashanti Region Tamale 135.952 293.879 375.402 Northern Region Takoradi 61.484 175.438 246.419 Western Region Ashaiman 50.918 150.312 215.367 Greater Accra Region Tema 100.052 141.479 158.478 Greater Accra Region Teshie 59.552 keine Angaben 149.174 Greater Accra Region Cape Coast 57.224 118.105 148.521 Central Region Sekondi 55.712 114.157 144.319 Western Region Obuasi 60.617 115.564 142.675 Ashanti Region

Aufgrund der fehlenden Meldepflicht und nicht regelmäßig stattfindenden Volkszählungen sind die aktuellen Einwohnerzahlen lediglich Hochrechnungen. Die letzte Volkszählung hat im Jahr 2000 stattgefunden.

Cape Coast, achtgrößte Stadt des Landes


Markt in Kumasi, Ashanti-Region Accra ist die größte Stadt des Landes und zugleich Hauptstadt mit Regierungssitz. Die Küstenstadt Accra ist ein Schmelztiegel beinahe aller in Ghana vertretenen Ethnien sowie zahlreicher Ausländer. Kumasi liegt etwa 220 km von der Küste entfernt im Landesinneren und ist nicht nur die zweitgrößte Stadt des Landes, sondern auch Hauptstadt der größten Volksgruppe, der Ashanti. Das über 300 Jahre alte Kumasi ist eine der traditionsreichsten Städte des Landes und wird aufgrund seiner Grünanlagen und Straßenbegrünungen von den Ghanaern auch Gardentown genannt. Als Verwaltungshauptstadt der Ashanti-Region ist Kumasi ein wichtiges Kultur-, Handels- und Verwaltungszentrum für das gesamte Land. In Kumasi lebt der Asantehene, das traditionelle – und immer noch einflussreiche – Oberhaupt der Ashanti. Tamale, die Hauptstadt der Northern Region, ist die mit Abstand größte Stadt des gesamten Nordens. Diese Region deckt allein ein Drittel der Fläche des Landes ab, beherbergt jedoch etwa nur so viele Menschen wie die Hauptstadt Accra. Anders als Accra und Kumasi, deren Bevölkerung überwiegend aus Anhängern christlicher Glaubensrichtungen besteht, leben in Tamale überwiegend Muslime.

Die Städte Sekondi und Takoradi werden häufig als eine Stadt genannt, da sie inzwischen nahezu zusammengewachsen sind. Die Stadtkerne liegen kaum zehn Kilometer auseinander. Man spricht auch von der „Zwillingsstadt“ Sekondi-Takoradi. In Takoradi sowie in Tema (bei Accra) liegen die beiden einzigen Überseehäfen des Landes. Ihr Wachstum beruht auf der sich hier ansiedelnden Industrie und den stetig zuwandernden Menschen auf der Suche nach Arbeit. Die Stadt Ashaiman war noch vor 60 Jahren lediglich ein kleines Fischerdorf. Ihre Entwicklung hat im Besonderen mit dem Bau der vollständig aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten geplanten Stadt Tema als Überseehafen zu tun [3]. Viele Menschen nutzten Ashaiman mit den günstigeren Mieten als Wohnort aufgrund seiner Nähe sowohl zu Tema als auch zur Hauptstadt Accra. Dieser Ort zieht Landflüchtlinge auf der Suche nach Arbeit und günstigem Wohnraum an. Siehe auch: Liste der Städte in Ghana

Klima
Klimadiagramm Kumasi Ghana ist ein tropisches Land, kennt also keine Jahreszeiten, sondern einen Wechsel zwischen Regen- und Trockenzeit. Nahezu gleichlange Tage und Nächte („Tag-und-Nacht-Gleiche“) bestimmen das Leben. Grob lässt sich das Klima in den feuchten Süden mit seinen immergrünen und regengrünen Regenwaldgebieten vom trockeneren Norden mit seiner Baumsavanne, Strauchsavanne und der Grassavanne im nördlichsten Teil unterscheiden. Der Harmattan, ein aus dem Nordosten wehender Passatwind, bestimmt zwischen November und Februar die trockene Jahreszeit. Die Regenfälle in der Regenzeit liegen in der Zone mit dem meisten Niederschlag im äußersten Südwesten des Landes an der Küste (über 2.000 mm pro Jahr). Die jährliche Niederschlagsmenge beträgt im Norden um 1.000 mm, im westlichen Küstenabschnitt bei der Stadt Axim bis zu 2.200 mm. Bei Accra erreicht sie kaum 800 mm. Nur im feuchtheißen Südwesten wächst immergrüner Regenwald, der in regengrünen Regenwald übergeht. Die Waldbestände sind durch die fortschreitende Rodung bedroht. Landeinwärts folgen Feuchtsavanne und Trockensavanne.

Berge
Mount Afadjato vom Dorf Liati Wote aus gesehen Die Akwapim-Togo-Kette ist ein hügeliger und leicht bergiger Ausläufer der Atakora-Gebirgskette in den Ländern Togo und Benin. Diese Bergkette beginnt in der Nähe von Accra und zieht sich dann eine Weile an der Grenze zu Togo entlang, bis sie endgültig die Grenze überschreitet. Hier sind auch Wasserfälle in den zahlreichen Schluchten anzutreffen. Die Berghänge und Bergkuppen sind teilweise vulkanischen Ursprungs und durchweg mit Regenwald bewachsen. Die größte Erhebung im Land ist mit 885 m. ü. NN der Berg Mount Afadjato in der Nähe des Dorfes Liati Wote direkt an der Grenze zu Togo. Der zweithöchste Berg Ghanas ist der Mount Dzebobo mit 876 m. ü. NN weiter nördlich als der Mount Afadjato, ebenfalls direkt an der Grenze zu Togo gelegen. Beide Berge sind Teil der Akwapim-Togo-Kette.

Gewässer
Bosumtwi Der riesige Volta-Stausee liegt im Zentrum des Landes und ist mit einer Größe von 8.502 km² etwa 15-mal größer als der Bodensee (536 km²) und würde mehr als die Hälfte Schleswig-Holsteins (15.799,38 km²) bedecken. Er speist sich im Wesentlichen aus dem Schwarzen Volta (Mouhoun) und dem Weißen Volta, Afram, Daka und Oti. Nachdem der Akosombo-Staudamm passiert ist, mündet der dann als Volta bezeichnete Fluss in einem weiten Flussdelta in den Atlantischen Ozean. Zusammen mit den Nebenflüssen Roter Volta (Nazinon), Nasia und Kulpawn ist der Volta-Fluss das größte zusammenhängende Gewässersystem. Der etwa eine Million Jahre alte Bosumtwisee, dessen Ursprung vermutlich auf den Einschlag eines Meteoriten zurückgeht, hat keine Zu- und Abflüsse. Für die traditionelle Bevölkerung ist er von großer religiöser Bedeutung. Weniger bekannte Flüsse sind Pra, Bia, Ankobra und Tano, die direkt in den Atlantik münden. Die Nebenflüsse des Pra sind der Anum, Offin und Birim und bilden zusammen mit dem Pra das zweitwichtigste Entwässerungssystem Ghanas. Der Pra ist nur in seinem Mündungsbereich mit Schiffen befahrbar, weil der Oberlauf durch Stromschnellen gekennzeichnet ist. Weitere kleinere Flüsse sind Laboni, Obosum, Sisili, Senne, Tain und Todzie.

Flora und Fauna

In Ghana überwiegen drei verschiedene Biome. Der tropische Regenwald und der Feuchtwald befinden sich im Südwesten des Landes, der Norden und der mittlere Teil des Landes sind von der Feuchtsavanne gekennzeichnet, die in Baum- und Grassavanne unterteilt wird. Außerdem besteht ein schmaler Streifen der Küste auch noch als Küstensavanne. Im immergrünen tropischen Regenwald befindet sich die üppigste Vegetation des Landes. Der Regenwald bestand ursprünglich aus 85.000 km² Fläche und ist Heimat für eine artenreiche Pflanzen- und Tierwelt. Durch die unterschiedlichen Ökosysteme gibt es im Land auch keine landestypische Pflanzen- oder Tierwelt. Die einzelnen Lebensräume unterscheiden sich sehr stark. In der Savanne mit seinen typischen Bewohnern, dem Regenwald mit seinem Artenreichtum und dem Volta-Delta als Zufluchtsstätte für eine Vielzahl von Zugvögeln und heimischen Arten ist die Natur üppig. Aufgrund der unterschiedlichen Vegetationsformen und der größeren menschlichen Besiedlungsdichte ist die Tierwelt Westafrikas nicht mit Ostafrika vergleichbar. Es gibt keine großen Tierherden, wie in den ostafrikanischen Nationalparks.

Flora
Vanillepflanze Afrikanischer Affenbrotbaum oder Baobab Ein wesentlicher Grund für die zahlreichen Pflanzen- und Tierarten ist die Existenz des tropischen Regenwaldes. Die Fläche an tropischem Regenwald betrug ursprünglich 85.000 km². Innerhalb der letzten 50 Jahren schrumpfte die Fläche um mehr als die Hälfte auf 40.000 km². Jährlich verzeichnet das Land eine Waldabnahme von 1,7 Prozent, die mit der Rodung und dem Export von Edelhölzern zu begründen ist. Eine genaue Aufzählung der im Regenwald lebenden Pflanzen ist schwer vorzunehmen, da Wissenschaftler dort noch unbekannte Arten vermuten. Der immergrüne Regenwald besteht hauptsächlich aus bis zu 50 Meter hohen Baumriesen, die bis zu drei Meter dick werden und ein beträchtliches Alter von ungefähr 300 Jahren erreichen können. Es gibt vor allem die Hartholzarten, die auch im Rahmen der ghanaischen Exportwirtschaft eine große Rolle spielen. Neben verschiedenen Mahagoniarten wie Azobé, Sapeli und Khaya (auch afrikanischer Mahagoni genannt) sind auch mehrere Arten des afrikanischen Walnussbaumes beheimatet. Andere Baumarten sind Odum, Wawa (wird teilweise auch Samba genannt, der Handelsname des Holzes ist Abachi), Bombax sowie Afrormosia. Weitere Baumarten sind eher Nutzpflanzen wie der Kolabaum, der Kalebassenbaum (Lagenaria siceraria) oder der Kautschukbaum. Die verschiedensten Ficusarten wie Gummibäume oder auch Feigenbäume erreichen durchaus die Größe einer mittelgroßen deutschen Buche.

Kalebasse (Flaschenkürbis)
Verschiedene Aufsitzer- oder Parasitenpflanzen wie Lianen,
Bromelien und Orchideenarten haben eine große Artenvielfalt.


Allein ungefähr 1.200 verschiedene Palmenarten kommen über das ganze Land verteilt vor. Dabei ist die Ravenala eine beliebte Dekorationspflanze vor öffentlichen Gebäuden oder in Gärten. Königspalmen (Roystonea regia) werden in den Städten als Alleebäume verwendet, da diese Schattenspender eine Größe von bis zu 25 Metern erreichen. Kokospalmen haben für den Menschen einen beträchtlichen Nutzwert, da sie für die Herstellung vieler Produkte, wie Kokosmilch, Kokosfett, Bast, Dachbedeckung und Matten aus den Blättern, Verwendung finden. Die Ölpalme (Elaeis guineensis) ist als Plantagenbaum sehr weit verbreitet. Die roten Früchte der Ölpalme werden zu Palmöl gepresst, welches in Westafrika einen hohen Stellenwert für die landestypische Küche hat. Die vielfältigsten Nutzpflanzen werden im Rahmen von Plantagenwirtschaft produziert. Zumeist finden sich diese Plantagen auf dem nunmehr gerodeten Gebiet des ehemaligen Regenwaldes. Hier werden Ananas, Bananen, Kochbananen (Plantain), Avocados, Papayas, Guaven, Apfelsinen und Zitrusfrüchte angebaut. Viele Gewürzpflanzen, wie beispielsweise Gewürzvanille, sind in Ghana heimisch. Neben den Baumarten und den Nutzpflanzen sind vielfältige Blütenpflanzen zu finden. Hibiskus, Feuerakazie (Flammenbaum) und Fuchsie sind nur einige. In der Savanne befinden sich ausgedehnte Grasflächen und vergleichsweise kleinere Bäume. Der einzeln stehende Afrikanischer Affenbrotbaum (Adansonia digitata) ist in der Savanne durch seinen verhältnismäßig dicken Stamm weithin erkennbar und ein deutliches Charakteristikum der Savanne. Ebenfalls in der Savanne beheimatet ist der auch für den Export nicht unwichtige Karitébaum, auch Shea-Butterbaum (Vitellaria paradoxa, syn.: Butyrospermum parkii) genannt. Die Küste ist neben Mangrovenwäldern auch von verschiedenen Palmenarten gekennzeichnet.

Fauna
Runzelhornvogel (Aceros corrugatus) Leopard (Panthera pardus) Die Tierwelt Ghanas ist sehr artenreich. Neben tropischen Vögelarten wie Papageien, Nashornvögel, Adlern, Spechten, Perlhühner und Tauben, die im Regenwald beheimatet sind, wird die heimische Vogelwelt durch eine Vielzahl von Zugvögeln erweitert. Im Volta-Delta, aber auch in den Wasserlandschaften der Lagunen und entlang der vielen Flussläufe, kommen verschiedene Wasservögelarten vor.

Zahlreiche Säugetierarten sind in Ghana beheimatet. Ungefähr 50 Antilopenarten (von den Ghanaern manchmal „Bush-Cow“ genannt), Löwen, Leoparden, Zibetkatzen, Elefanten, Büffel, Flusspferde, Warzenschweine leben hauptsächlich in der Savanne. Es gibt viele verschiedene Affenarten. Neben den häufig vorkommenden Schimpansen und Pavianen kommen auch sehr seltene Primaten vor, für die einige Wildtierreservate eingerichtet wurden. Von gewisser Bedeutung unter den Anhängern der der traditionellen Religion sind die Weißbart-Stummelaffen (Colobus polycomos) und die seltene Monameerkatze (Cercopithecus mona). Reptilien kommen in allen Lebensbereichen vor. Kleine Geckos und Eidechsen leben teilweise in den Häusern der Menschen, Leguane, Warane, Schlangen und Krokodilen in den Gewässern des Landes. Ghana verfügt über einen ausgesprochen großen Artenreichtum an Insekten. Es gibt ungefähr 1.500 verschiedene Schmetterlinge und 20.000 Falterarten. Termitenhügel prägen die Landschaft. Einige der vorkommenden Mücken und Bremsen übertragen Krankheiten, wie die Stechmücke Anopheles Malaria. Mehr in den Savannengebieten ist die Tsetse-Fliege (Glossinia morsitans) beheimatet, welche die auch für den Menschen gefährliche Afrikanische Trypanosomiasis (Schlafkrankheit) überträgt. Im Atlantik, vor der Küste Ghanas, befinden sich einige der fischreichsten Gebiete der Erde. Wichtige Fischarten sind Barracudas, Heringe, Makrelen, Haie, Thunfischen, Tintenfische, Barsche aber auch Meerestiere wie Hummer, Langusten und Krabben sowie Muscheln und Schnecken sind beheimatet. Einige Tierarten, die in den tropischen Regenwäldern leben, sind als gefährdet oder vom Aussterben bedroht einzustufen. Eine unbekannte Zahl von Tierarten gilt bereits als verschwunden, wie der Miss Waldrons Roter Stummelaffe Miss Waldrons Roter Stummelaffe (Procolobus badius waldroni), ehemals beheimatet in den tropischen Regenwäldern der Elfenbeinküste, Ghanas und von Sierra Leone, der in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts letztmalig gesichtet wurde.[4] Seit dem Jahr 2000 gilt diese offiziell als ausgestorben. Die West African Primate Conservation Action (WAPCA)[5] wurde als internationaler Zusammenschluss von insgesamt elf europäischen zoologischen Gärten gegründet, um das Aussterben weiterer Arten zu verhindern. Auch der Conservation des especes et des populationes animales (CEPA), sowie die Zoologische Gesellschaft für Artenschutz (ZGAP) sind an dieser Aktion maßgeblich beteiligt. Die Zoos und die Vereinigungen bemühen sich um den Schutz der hoch bedrohten Roloway-Diana-Meerkatzen (Cercopithecus diana roloway) und der Weißscheitelmangaben (Cercocebus atys lunulatus). Beide Arten gehören zu den am meisten gefährdetsten 25 Primatenarten weltweit. Der Zoo in Accra besitzt einige dieser Tiere zur Nachzucht. Am 29. Juni 2006 hatte dort ein Paar Weißscheitelmangaben ihren ersten Nachwuchs.

Bevölkerung
Hauptartikel: Bevölkerung Ghanas
Bevölkerungsdaten (2003)[7]
Lebenserwartung (2004) 57 Jahre
Sterberate 13 je 1000 Einwohner
Geburtenrate 31 je 1000 Einwohner
Fruchtbarkeitsrate pro Frau 4,4
Kindersterblichkeit 95 je 1000 Einwohner
Säuglingssterblichkeit 59 auf 1000 Lebendgeburten
Bevölkerungswachstum 1,8 %
Bevölkerungsdichte 87 Einwohner pro km²
Städtische Bevölkerung 37,1 %
Bevölkerung unter 15 Jahren 41,9 %
Bevölkerung über 65 Jahren 4,4 %


Kinder in Anamabu Beach in Ghana. Etwa die Hälfte der Bevölkerung ist unter 16 Jahre alt. Die Einwohner Ghanas werden Ghanaer bezeichnet, seltener und vor allem im österreichischen Sprachraum als Ghanesen. Die Lebenserwartung lag nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation 2004 durchschnittlich bei 57 Jahren – die zweithöchste in Westafrika – (Männer 56, Frauen 58), wobei die hohe Kindersterblichkeit von 9,5 Prozent und Säuglingssterblichkeit von 5,9 Prozent eine der Hauptursachen für den zu der Westlichen Welt vergleichweise niedrigen Wert ist. Aufgrund verbesserter medizinischer Versorgung und einer Aufklärungsarbeit im Bereich der Hygiene sinkt die Rate der Kindersterblichkeit kontinuierlich.

Die Bevölkerungsstruktur stellt die klassische Bevölkerungspyramide dar. Etwa die Hälfte der Bevölkerung ist unter 16 Jahre alt. Jährlich ist ein Bevölkerungswachstum von 1,8 Prozent zu verzeichnen, das geringste Bevölkerungswachstum aller Staaten im südlichen Westafrika. Obwohl Ghana selbst noch als Dritte-Welt-Land bezeichnet wird, hat es inzwischen im Vergleich zu den Nachbarländern (vor allem im Norden) einen höheren Grad an Wohlstand erreicht. Das ist der Grund, warum einige zehntausend Flüchtlinge aus Togo, Burkina Faso, Liberia, Niger und Nigeria dort leben.

Es gibt eine ausgeprägte Wanderungsbewegung vom Land in die Städte. Dort besteht allerdings eine immer höher werdende Arbeitslosigkeit gerade unter jungen Menschen. Vor allem junge Männer wandern daher ins Ausland ab, mit dem Ziel, in Europa oder Nordamerika Arbeit zu finden. Einige Familien sammeln Geld, um einen jungen Familienangehörigen ins Ausland schicken zu können, damit dieser von dort die Großfamilie unterstützen kann.